Coaching und Hundetraining für Windhunde und ihre Besitzer

Wer Führung übernimmt oder übernehmen will muss Entscheidungen treffen können, Konflikte lösen oder einfach nur den Weg vorgeben.

Dazu gehört natürlich auch ein Eingreifen in konfliktreichen Situationen. Doch Führung zu übernehmen bedeutet nicht statisch zu sein, es erfordert auch die Fähigkeit auf Individuen einzugehen und die unterschiedlichen Bedürfnisse, Stärken, Schwächen und Belastungsgrenzen zu erkennen und beinhaltet eine stressreduzierende Einwirkung.

In einer Studie (*Studienlink) der Biologin Jennifer Smith, Mills College in Kalifornien wurde abschließend fest gestellt, dass die menschliche Führung Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum breiteren Säugetiermuster aufweist und interessante und empirische Fragen aufwirft.


Doch wie erlangt man Führungskompetenz?
Beobachtet man „natürliche“ Alphatiere, menschliche und auch Vierbeinige, haben alle eins gemeinsam, eine souveräne Ruhe mit der sie Konflikt- oder Stresssituationen lösen. Man kann also von einer angeborenen Führungskompetenz sprechen. Führen kann man nicht zu 100% erlernen, denn „erlerntes Führen“ kommt gerade dann an seine Grenzen sobald die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen, die die erworbenen Kompetenzen übersteigen.
Bei Hunden habe ich schon oft beobachtet, dass ein Hund, der vor der geistigen Reife zum Erwachsenwerden sozial auffällig war, plötzlich zu einem souveränen „Alphatier“ wird. Voraussetzung hierfür ist die Möglichkeit an seiner Lebenssituation zu wachsen, umgekehrt kann es aber auch zu asozialem Verhalten kommen, nämlich dann, wenn die Lebenserfahrung nicht ausgewogen genug ist.
Unsere Windhunde sind im allgemeinen „Spätzünder“ und werden erst mit 3 Jahren erwachsen, ein weiterer Grund in die Ausbildung und Erziehung mehr Zeit zu investieren und den Hunden damit die Möglichkeit zu geben mit den unterschiedlichen Lebenssituationen zu wachsen.

Führungskompetenz für den Mensch in Verbindung mit dem Hund bedeutet:

Zuverlässigkeit, Authentizität, Klarheit, Orientierung, Fokus und Leichtigkeit.

Führungskompetenz.
Wer führt ist zuverlässig, authentisch, klar, gibt Orientierung ...

Begriffe, die fast in jedem Hundehalterkopf zu finden sind und je nach dem mehr oder weniger sortiert herum schwirren. Ich habe mir Gedanken gemacht, was es denn bedeutet, wenn man z.B. zuverlässig ist ...

Von der Kunst zuverlässig zu sein. Wer zuverlässig ist, ist verbindlich, ausdauernd und standhaft, auch unter widrigen Umständen. Verbindlichkeit bezeichnet die Konsequenz mit der der Mensch zu seinem „Versprechen“ steht. Zuverlässig verbindlich zu sein sind die Voraussetzung für einen fairen und korrekten Umgang miteinander.

Von der Kunst authentisch zu sein. Wer authentisch ist kennt seine Stärken und Schwächen, ist ehrlich mit sich selbst, handelt konsequent nach seinen Werten und Überzeugungen, ist aufrichtig in sozialen Beziehungen und zeigt seine negativen und auch positiven Seiten. Wer authentisch ist wirkt echt, ehrlich, stimmig, ungekünstelt, offen und ist vor allem entspannt. Je mehr der Mensch im Einklang mit sich selbst ist, d.h. er steht zu seinen Stärken und Schwächen, desto authentischer ist er und das wird auch von der Umwelt bzw. unseren Hunden wahr genommen. Unsere Hunde sind gute Beobachter und werden jeden gekünstelten Umgang sofort erkennen.

Die Kunst der Klarheit. Klar zu sein, bedeutet sich unmissverständlich auszudrücken, bedeutet: gehaltlose Aussagen zu vermeiden und das Anliegen ohne Umschweife in Kürze und Einfachheit auf den Punkt zu bringen. Klarheit ist um so klarer, mit um so größerer psychischer Energie sie auftritt, d.h. die innere Haltung betont die Handlung / Aussage und macht sie dadurch bewusster und deutlich.

Die Kunst Orientierung zu geben. Orientierung bedeutet die kognitive Fähigkeit eines Lebewesens sich in Zeit, Raum und bezüglich des eigenen Wesen zu orientieren, d.h. eigenständig zurecht zu kommen. Orientierung passiert mental, räumlich, sexuell oder aber auch sozial. Die Fähigkeit der Orientierung besitzt jedes Lebewesen, vorausgesetzt der Verlust dieser Fähigkeit ist krankheitsbedingt nicht gestört. Die Orientierung am Menschen muss demnach erlernt werden, d.h. der Hund muss lernen sich am Menschen zu orientieren, dies gelingt durch die soziale Orientierungsfähigkeit. Setzt allerdings voraus, dass der Hund sich bewusst darüber ist, in welcher Rolle er sich befindet und dass der Mensch für den Hund „Wichtig“ ist, d.h. sich durch Kompetenz auszeichnet.

Die Kunst den Fokus zu bestimmen. Fokussieren bedeutet Zeit und Aufmerksamkeit auf Weniges zu richten. Im Umgang mit dem Hund neigt der Mensch dazu, zu viele „Dinge“ auf einmal zu wollen, bedeutet die Konzentration auf das wichtige, eigentliche „Problem“ verschwimmt und das Erreichen eines Ziels wird durch zu viele Nebensächlichkeiten oder Anforderungen / Ablenkungen verhindert.

Die Leichtigkeit im Umgang mit dem Windhund / Podenco. Leichtigkeit erreicht man durch Erfahrung, Fertigkeit, Routine sowie Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit seinem Windhund. Durch Wissen und Bündelung von Zuverlässigkeit, Authentizität, Klarheit, Orientierung und Fokussierung erreicht man die Leichtigkeit und schafft es mühelos und spielerisch seinen Windhund problemlos durch den Alltag zu führen.


So wie wir Menschen sind auch Hunde in ihrer Entwicklung, ihrer Persönlichkeit und Verhalten immer in Bewegung.

Im Coaching, d.h. im Vorfeld eines Trainings ist es wichtig die Themen zu definieren die im Verlauf des Coaching konkretisiert werden sollen. Dazu ist es hilfreich, wenn man sich den Anforderungen (Kompetenzen und Sozialkompetenzen) die an den Mensch als Führungspersönlichkeit gestellt werden bewusst wird. Das Bewusstsein für diese Rolle ermöglicht die eigenen Ziele, Stärken und Schwächen zu konkretisieren und zu verbessern.

Der Mensch:

  • - ist sich klar über den Sinn und Zweck seiner Führung
  • - führt durch Vorbild und Beispiel
  • - setzt Regeln und Grenzen und evaluiert deren Einhaltung
  • - handelt situationsadäquat und angemessen
  • - evaluiert und trifft bei Bedarf adäquate Korrekturmaßnahmen
  • - trifft Entscheidungen
  • - findet auch in komplexen Situationen den Mut, Entscheidungen zu treffen
  • - kann Prioritäten setzen
  • - zeigt einen adäquaten Umgang mit Emotionen, auch in Stresssituationen
  • - kann unterscheiden zwischen Wichtigem und Unwichtigem
  • - gibt Feedback auf Verhalten
  • - verstärkt positive Veränderungen durch Feedback
  • - kann nachfragen und hinterfragen - bleibt in der Kommunikation
  • - ist ausgeglichen und zufrieden mit sich selbst
  • - ist verlässlich und verbindlich
  • - erläutert für den Hund verständlich, prägnant, präzise und überzeugend
  • - erfasst Ursachen und differenziert
  • - definiert und organisiert die Umsetzung
  • - erkennt Situationen mit Konfliktpotential
  • - kann Konfliktsituationen analysieren und einstufen
  • - zieht Lehren aus Konflikten
  • - handelt überlegt und vorausschauend
  • - geht mit „Ungehorsam“ souverän um
  • - erkennt bloßes Austesten von Grenzen
  • - kann stressreduzierend einwirken

Mehrhundehaltung:

  • - flexible Führung, situativ und angepasst auf die einzelnen Hunde
  • - kennt die Bedürfnisse der unterschiedlichen Hunde
  • - kennt seine Hundegruppe: Stärken, Schwächen und Belastungsgrenzen
  • - versteht die unterschiedlichen Verhaltensweisen
  • - erkennt reaktives Verhalten innerhalb der Hundegruppe

Die Listen sind eine Anregung und nicht abschließend.
So wie wir Menschen sind auch Hunde in ihrer Entwicklung, ihrer Persönlichkeit und Verhalten immer in Bewegung.

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